Als “Wissensmanagement” als neues Managementkonzept Anfang der 2000er gerade in Mode gekommen war, da traten schon die ersten Zweifler mit dem Hinweis auf den Plan , dass ähnlich gelagerte Konzepte wie “Lean Management“, die knapp 10 Jahre davor in aller Munde waren, auch nur unter gewissen Umständen greifen konnten. Wissensmanagement sollte jedenfalls nicht als Universalrezept verstanden werden, um ein Unternehmen hinsichtlich seines Human Ressource Managements oder seiner zugrundeliegenden Organisationsstrukturen umkrempeln zu können. Vielmehr wurde Wissensmanagement mit Informationsmanagement in einen Topf geworfen, was einerseits die HR-Fraktion der Wissensmanagement-Community sauer aufstoßen ließ, andererseits die IT-Fraktion überforderte, weil sie vor der Web 2.0-Ära wenige, den Wissensmanagement-Ansätzen adäquaten, Konzepte anbieten konnte.

Das war vor etwa 10 Jahren. In der Zwischenzeit leben wir mit und in einem omnipräsenten Internet, das unseren Arbeitsalltag immer stärker prägt, und viele Menschen haben eine klarere Vorstellung davon bekommen, wie man Web 2.0-typische Netzwerkeffekte für verschiedene Geschäftsprozesse nutzbar machen kann. Selbst die hartgesottensten IT-Verweigerer in der Wissensmanagement-Community müssen nun zugeben, dass das eine oder andere Grundkonzept aus der Web 2.0-Bewegung durchaus seine Berechtigung hat, um bestimmten Kommunikationsabläufen auf die Sprünge zu helfen.

Überprüft man nun die Design-Patterns des Web 2.0 kritisch auf seine Umsetzungstauglichkeit im Enterprise-Umfeld, so bringt uns das auch weg von der naiven Idee, man könne das Web 2.0 einfach in ein Unternehmen überführen, hin zu einem durchgängigen Konzept, das es erlaubt, “Plattformen” in Unternehmen zu entwickeln, die alle 8 Wissensbausteine (nach Probst) unterstützen.

“Wissensmanagement” im Sinne eines Managements von wissenden und kommunizierenden Menschen, die bereits mit den Ideen des Web 2.0 vertraut sind, oder vielleicht schon damit aufgewachsen sind, versetzt Organisationen in die Lage, IT-Werkzeuge wie Wikis, Blogs oder Twitter wie “selbstverständlich” in Geschäftsprozesse zu integrieren. Für viele Unternehmen bedeutet dies, heute (vielleicht zum wiederholten Male) mit einem Transformationsprozess zu starten, der sie jenen Prinzipien wieder ein Stück näher bringen wird, die in zahlreichen Managementkonzepten seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig verbreitet werden:

KundenorientierungKontinuierlicher Verbesserungsprozess, Eigenverantwortung, Empowerment, Teamarbeit bzw. offene Informations- und Feedback-Prozesse.

Vielleicht sind wir diesen Prinzipien, geprägt von einem Web 2.0 als Spiegelbild eines Prozesses, der verkrustete Strukturen öffnet, näher denn je zuvor.

Reblog this post [with Zemanta]
share or bookmark
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Twitter